Vernetzte Lernwelten: Unsere Bildungsprojekte werden digitaler
Die Corona-Pandemie verändert die Bildungswelt. Laut dem UNESCO-Weltbildungsbericht 2020 waren mehr als 90 Prozent der Lernenden von Schulschließungen betroffen. Viele Schüler*innen sind bis heute nicht in die Klassenräume zurückgekehrt. Vor allem Kinder und Jugendliche aus bildungsfernen und finanziell schwachen Familien werden abgehängt. Daher beleuchtet auch der Weltalphabetisierungstag, der am 8. September stattfindet, in diesem Jahr Bildung in Zeiten der Corona-Pandemie – und dabei vor allem die Rolle von Lehrkräften und neuen Bildungsformaten.
„Die Pandemie droht die Ungleichheiten im Bildungssektor weiter zu verstärken. Wir nutzen die derzeitige Dynamik und entwickeln digitale Lösungen und Lernmodule, mit denen wir Kinder und Jugendliche auch unter Homeschooling-Bedingungen erreichen können“,Lareena Hilton, Leiterin für Markenkommunikation und Soziale Verantwortung, Deutsche Bank.
Zusammen mit unseren Partnerorganisationen haben wir unsere Bildungsprojekte daher in kürzester Zeit um digitale Angebote erweitert. Neue Wege eröffnen neue Chancen, wie etwa bei dem Programm Baut Eure Zukunft. Dieses Programm ermutigt Schüler der 8. bis 10. Klasse, drängende gesellschaftliche Probleme und Themen wie Mobbing und Rassismus gemeinschaftlich anzugehen. Statt als Präsenzformat im Unterricht finden die deutschlandweiten Camps und Fortbildungen nun virtuell statt. So können Kinder, Jugendliche und Lehrer trotz der aktuellen Lage gemeinsam an ihrer Zukunft bauen.
„Die Jugendlichen sind nach der langen Zeit im Homeschooling hochmotiviert, das Projekt gemeinschaftlich anzugehen. Die digitalen Komponenten sind sogar ein zusätzlicher Anreiz“, berichtet ein Lehrer.
Auch mit den digitalen Lernmodulen von „So geht Geld“ sollen möglichst viele Schülerinnen und Schüler der 5. bis 13. Klasse ortsunabhängig erreicht werden. Diese interaktiven sogenannten eduStoriesvermitteln mit Hilfe von multimedialen Inhalten finanzielles Basiswissen und erklären ökonomische Zusammenhänge. Sie ähneln den beliebten Stories auf Instagram oder TikTok, sprechen ihr junges Publikum an und sind intuitiv. So kommt auch der Spaß beim Lernen nicht zu kurz. Ein weiterer Vorteil: Die Jugendlichen können sich die interaktiven Fragen und Aufgaben selbstständig erarbeiten – ob zuhause oder im Unterricht.
Ein großer Erfolg – trotz Schulschließungen und Kontaktbeschränkungen – war in diesem Jahr erneut der Schüler-Videowettbewerb FinanzTuber. Fast 50 originelle Videoclips zu wirtschaftlichen und finanziellen Themen haben Schüler*innen im vergangenen Schuljahr gemeinsam erstellt. Die Clips erklären Finanzthemen überraschend anders und sprechen vor allem Gleichaltrige an. Die Gewinnerteams werden Anfang Oktober ermittelt. Der Wettbewerb geht bereits nach den Sommerferien in die nächste Runde.
„Der Videodreh war cool. Und die Tipps der Finanzexperten eine große Hilfe. Jederzeit wieder!“,Schüler, 11 Jahre.
Gleich mit Beginn der Kontakt- und Ausgangsbeschränkungen haben wir in Großbritannien zusammen mit der Organisation Volunteering Matters das Projekt Support My Future (Unterstütze meine Zukunft) digitalisiert. Wo bisher unsere Kolleg*innen in East London Schulen besucht haben, treffen sie sich nun über eine Online-Plattform mit Schüler*innen, um ihnen in dieser unsicheren und auch einsamen Zeit beim Lernen zu helfen.
„Die Schulen sind geschlossen und die Schüler*innen brauchen mehr denn je Unterstützung. Als ich gehört habe, dass man sich auch als digitaler Mentor engagieren kann, war ich sofort dabei“, Sally Emerson aus dem Bereich Technologie, Daten und Innovation, Deutsche Bank London.
Die erfolgreichen Jugendprojekte Student to STEMette und Pathways to Banking and Finance starten ebenfalls als digitale Coaching-Programme in das neue Schuljahr. Beide Projekte richten sich an junge Menschen, um ihnen Berufswege im Bank- und Finanzwesen oder in einem MINT-Beruf (MINT = Mathematik, Informatik, Natur- und Ingenieurwissenschaft und Technik, englisch: STEM) aufzuzeigen und zu ermöglichen. Bei Student to STEMette konnten die Coaches in diesem Jahr sogar den ersten rein virtuellen Jahrgang begrüßen.
In Indien und Singapur wurden ebenfalls gleich mehrere Mentoring- und Coaching-Programme digitalisiert. Bankmitarbeiter nutzen den virtuellen Raum, um Studierenden in verschiedenen Studienfächern zu helfen – in Englisch, Mathematik, Naturwissenschaften oder im Bereich Finanzwissen. In einem anderen Programm beraten Kolleg*innen Studierende, die durch die Pandemie ihre Praktikumsplätze oder Nebenjobs verloren haben.
Auch die Organisation iMentor hat im Zuge der Schulschließungen in New York City sein Programm schnell umgestellt und die Treffen und Beratungen in der Schule in virtuelle Räume verlagert. Zusätzlich wurden neue Angebote geschaffen, die die Schüler*innen in dieser besonderen Zeit bei der Bewerbung an einem College unterstützen. In der Deutschen Bank suchen wir aktiv nach Kolleg*innen, die sich in dem Programm engagieren, da iMentor insgesamt 1.000 Mentoren für das neue Schuljahr sucht.
In Ägypten hilft die Deutsche Bank MENA Stiftung 1.240 gehörlosen Kindern dabei, ihre Schreib-, Lese- und Rechenkenntnisse zu verbessern, indem sie die nötige Weiterbildung für 190 Lehrkräfte und Pädagogen fördert. Die Erstklässler können nun über Videos und Apps Arabisch lernen – altersgerecht und spannend verpackt. Die Schulungen finden alle digital statt; zudem wird Lernmaterial zur digitalen Bildung zur Verfügung gestellt.
Die Pandemie erschwert vor allem auch Heranwachsenden in weniger entwickelten Ländern den Einstieg ins Berufsleben. Der stark eingeschränkte Zugang zu Beratungsangeboten lässt junge Menschen vielerorts ratlos zurück. Die Deutsche Bank hat daher in Zusammenarbeit mit Volunteer Vision Ende Juni eine Online-Plattform aufgebaut, die diese Lücke schließen soll.
Die globale Initiative richtet sich an junge Menschen, die in das Berufsleben starten oder ihr Studium beginnen wollen. Das Interesse ist groß: Bis Ende Juli haben sich bereits mehr als 180 Bankmitarbeiter aus elf Ländern als Mentoren auf der Online-Plattform registriert – die ersten Tandems wurden bereits vermittelt. 26 Mentees sind Teilnehmer unseres Born to Be Projekts Sparrow Schools und von TSIBA, einer gemeinnützigen Business School – beide in Südafrika.
Eine Welle der Solidarität mit Kindern und Jugendlichen konnte die Deutsche Bank auch unter den Mitarbeitern selbst verzeichnen. Allein in Deutschland mussten fast fünfzehn Millionen Kinder zuhause betreut und knapp elf Millionen beschult werden. Die Herausforderungen für Schüler und Eltern waren enorm. Die Deutsche Bank initiierte daher unmittelbar nach dem Beginn der Kontaktbeschränkungen den „Marktplatz Schule“. Hier konnten sich unsere Mitarbeiter*innen intern vernetzen und digitale Nachhilfe für Kinder anbieten.
Born to Be – Die Jugendprojekte der Deutschen Bank und ihrer Stiftungen
Die Born to Be-Jugendprojekte erleichtern den Zugang zu Bildungs- und Beschäftigungsangeboten und leisten einen positiven Beitrag für mehr Chancengerechtigkeit. Seit 2014 haben wir damit 4,4 Millionen Kindern und Jugendlichen in 29 Ländern bessere Perspektiven eröffnet.
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Die Corona-Pandemie verändert die Bildungswelt. Laut dem UNESCO-Weltbildungsbericht 2020 waren mehr als 90 Prozent der Lernenden von Schulschließungen betroffen. Viele Schüler*innen sind bis heute nicht in die Klassenräume zurückgekehrt. Vor allem Kinder und Jugendliche aus bildungsfernen und finanziell schwachen Familien werden abgehängt. Daher beleuchtet auch der Weltalphabetisierungstag, der am 8. September stattfindet, in diesem Jahr Bildung in Zeiten der Corona-Pandemie – und dabei vor allem die Rolle von Lehrkräften und neuen Bildungsformaten.
„Die Pandemie droht die Ungleichheiten im Bildungssektor weiter zu verstärken. Wir nutzen die derzeitige Dynamik und entwickeln digitale Lösungen und Lernmodule, mit denen wir Kinder und Jugendliche auch unter Homeschooling-Bedingungen erreichen können“, Lareena Hilton, Leiterin für Markenkommunikation und Soziale Verantwortung, Deutsche Bank.
Zusammen mit unseren Partnerorganisationen haben wir unsere Bildungsprojekte daher in kürzester Zeit um digitale Angebote erweitert. Neue Wege eröffnen neue Chancen, wie etwa bei dem Programm Baut Eure Zukunft. Dieses Programm ermutigt Schüler der 8. bis 10. Klasse, drängende gesellschaftliche Probleme und Themen wie Mobbing und Rassismus gemeinschaftlich anzugehen. Statt als Präsenzformat im Unterricht finden die deutschlandweiten Camps und Fortbildungen nun virtuell statt. So können Kinder, Jugendliche und Lehrer trotz der aktuellen Lage gemeinsam an ihrer Zukunft bauen.
„Die Jugendlichen sind nach der langen Zeit im Homeschooling hochmotiviert, das Projekt gemeinschaftlich anzugehen. Die digitalen Komponenten sind sogar ein zusätzlicher Anreiz“, berichtet ein Lehrer.
Auch mit den digitalen Lernmodulen von „So geht Geld“ sollen möglichst viele Schülerinnen und Schüler der 5. bis 13. Klasse ortsunabhängig erreicht werden. Diese interaktiven sogenannten eduStories vermitteln mit Hilfe von multimedialen Inhalten finanzielles Basiswissen und erklären ökonomische Zusammenhänge. Sie ähneln den beliebten Stories auf Instagram oder TikTok, sprechen ihr junges Publikum an und sind intuitiv. So kommt auch der Spaß beim Lernen nicht zu kurz. Ein weiterer Vorteil: Die Jugendlichen können sich die interaktiven Fragen und Aufgaben selbstständig erarbeiten – ob zuhause oder im Unterricht.
Ein großer Erfolg – trotz Schulschließungen und Kontaktbeschränkungen – war in diesem Jahr erneut der Schüler-Videowettbewerb FinanzTuber. Fast 50 originelle Videoclips zu wirtschaftlichen und finanziellen Themen haben Schüler*innen im vergangenen Schuljahr gemeinsam erstellt. Die Clips erklären Finanzthemen überraschend anders und sprechen vor allem Gleichaltrige an. Die Gewinnerteams werden Anfang Oktober ermittelt. Der Wettbewerb geht bereits nach den Sommerferien in die nächste Runde.
„Der Videodreh war cool. Und die Tipps der Finanzexperten eine große Hilfe. Jederzeit wieder!“, Schüler, 11 Jahre.
Gleich mit Beginn der Kontakt- und Ausgangsbeschränkungen haben wir in Großbritannien zusammen mit der Organisation Volunteering Matters das Projekt Support My Future (Unterstütze meine Zukunft) digitalisiert. Wo bisher unsere Kolleg*innen in East London Schulen besucht haben, treffen sie sich nun über eine Online-Plattform mit Schüler*innen, um ihnen in dieser unsicheren und auch einsamen Zeit beim Lernen zu helfen.
„Die Schulen sind geschlossen und die Schüler*innen brauchen mehr denn je Unterstützung. Als ich gehört habe, dass man sich auch als digitaler Mentor engagieren kann, war ich sofort dabei“, Sally Emerson aus dem Bereich Technologie, Daten und Innovation, Deutsche Bank London.
Die erfolgreichen Jugendprojekte Student to STEMette und Pathways to Banking and Finance starten ebenfalls als digitale Coaching-Programme in das neue Schuljahr. Beide Projekte richten sich an junge Menschen, um ihnen Berufswege im Bank- und Finanzwesen oder in einem MINT-Beruf (MINT = Mathematik, Informatik, Natur- und Ingenieurwissenschaft und Technik, englisch: STEM) aufzuzeigen und zu ermöglichen. Bei Student to STEMette konnten die Coaches in diesem Jahr sogar den ersten rein virtuellen Jahrgang begrüßen.
In Indien und Singapur wurden ebenfalls gleich mehrere Mentoring- und Coaching-Programme digitalisiert. Bankmitarbeiter nutzen den virtuellen Raum, um Studierenden in verschiedenen Studienfächern zu helfen – in Englisch, Mathematik, Naturwissenschaften oder im Bereich Finanzwissen. In einem anderen Programm beraten Kolleg*innen Studierende, die durch die Pandemie ihre Praktikumsplätze oder Nebenjobs verloren haben.
Auch die Organisation iMentor hat im Zuge der Schulschließungen in New York City sein Programm schnell umgestellt und die Treffen und Beratungen in der Schule in virtuelle Räume verlagert. Zusätzlich wurden neue Angebote geschaffen, die die Schüler*innen in dieser besonderen Zeit bei der Bewerbung an einem College unterstützen. In der Deutschen Bank suchen wir aktiv nach Kolleg*innen, die sich in dem Programm engagieren, da iMentor insgesamt 1.000 Mentoren für das neue Schuljahr sucht.
In Ägypten hilft die Deutsche Bank MENA Stiftung 1.240 gehörlosen Kindern dabei, ihre Schreib-, Lese- und Rechenkenntnisse zu verbessern, indem sie die nötige Weiterbildung für 190 Lehrkräfte und Pädagogen fördert. Die Erstklässler können nun über Videos und Apps Arabisch lernen – altersgerecht und spannend verpackt. Die Schulungen finden alle digital statt; zudem wird Lernmaterial zur digitalen Bildung zur Verfügung gestellt.
Die Pandemie erschwert vor allem auch Heranwachsenden in weniger entwickelten Ländern den Einstieg ins Berufsleben. Der stark eingeschränkte Zugang zu Beratungsangeboten lässt junge Menschen vielerorts ratlos zurück. Die Deutsche Bank hat daher in Zusammenarbeit mit Volunteer Vision Ende Juni eine Online-Plattform aufgebaut, die diese Lücke schließen soll.
Die globale Initiative richtet sich an junge Menschen, die in das Berufsleben starten oder ihr Studium beginnen wollen. Das Interesse ist groß: Bis Ende Juli haben sich bereits mehr als 180 Bankmitarbeiter aus elf Ländern als Mentoren auf der Online-Plattform registriert – die ersten Tandems wurden bereits vermittelt. 26 Mentees sind Teilnehmer unseres Born to Be Projekts Sparrow Schools und von TSIBA, einer gemeinnützigen Business School – beide in Südafrika.
Eine Welle der Solidarität mit Kindern und Jugendlichen konnte die Deutsche Bank auch unter den Mitarbeitern selbst verzeichnen. Allein in Deutschland mussten fast fünfzehn Millionen Kinder zuhause betreut und knapp elf Millionen beschult werden. Die Herausforderungen für Schüler und Eltern waren enorm. Die Deutsche Bank initiierte daher unmittelbar nach dem Beginn der Kontaktbeschränkungen den „Marktplatz Schule“. Hier konnten sich unsere Mitarbeiter*innen intern vernetzen und digitale Nachhilfe für Kinder anbieten.
Die Born to Be -Jugendprojekte erleichtern den Zugang zu Bildungs- und Beschäftigungsangeboten und leisten einen positiven Beitrag für mehr Chancengerechtigkeit. Seit 2014 haben wir damit 4,4 Millionen Kindern und Jugendlichen in 29 Ländern bessere Perspektiven eröffnet.
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